Heilpraktikerin Petra Amann-Kirchberger

Klassische Homöopathie

Homöopathie ist eine eigenständige Heilweise mit annähernd zweihundertjähriger Tradition. Ausgeübt wird sie in Deutschland von Heilpraktikern und Ärzten, die sich nach ihrer regulären Ausbildung zusätzlich in diese komplizierte Methode eingearbeitet haben, die durch den Arzt und Chemiker Samuel Hahnemann begründet wurde.

Heilpraktiker wird man nach der gesetzlich vorgeschriebenen Zulassungsprüfung vor dem Gesundheitsamt, Homöopathie bezeichnet die Behandlungsmethode.

Homöopathen versuchen nicht, ein einzelnes Symptom zu beeinflussen, sondern wollen die "Lebenskraft" des Patienten stärken und so die Selbstheilungskräfte aktivieren.

Behandelt wird der Mensch immer in seiner Gesamtheit, wobei eine Krankheit als Äußerung der innerhalb des Organismus beeinträchtigten Lebenskraft gesehen wird

 

Die Hauptprinzipien dieser Methode lauten:

  1. Heile Ähnliches mit Ähnlichem (Simile – Gesetz)
  2. Arzneimittelprüfungen erfolgen durch gesunde Menschen, die das Arzneimittel solange einnehmen, bis sie Symptome produzieren. Aus der Zusammenstellung dieser Symptome ergibt sich dann das sogenannte Arzneimittelbild, die homöopathische Materia Medica.
  3. Verdünnung und Potenzierung des eingesetzten Heilmittels!


Wie ist das nun zu verstehen?

Sie haben bestimmt schon einmal Zwiebeln geschnitten, die Tränen liefen und die Nase sonderte eine klare, wässrige Flüssigkeit ab. Sozusagen eine Arzneimittelprüfung eines gesunden Menschen mit der Ursubstanz Zwiebel, die in der Zusammenstellung der Symptome einen Teil des Arzneimittelbildes von Allium Cepa (Zwiebel) bildet. Sollte nun ein Patient mit Schnupfen solche Symptome schildern, wird ihm sehr wahrscheinlich ein Homöopath nach der Ähnlichkeitsregel (Simile-Gesetz) Allium Cepa verordnen.

Samuel Hahnemann hat in seinen Forschungen festgestellt, dass ein Kranker aber oft so geschwächt ist, dass ihm die Arzneien verdünnt verabreicht werden müssen, damit sie im kranken Organismus keinen Schaden anrichten. Die Art der Verdünnung wird jeweils nach dem Namen des Arzneimittels mit einem Buchstaben und einer Zahl z. B. D6 angegeben.

Wenn Ihnen also Allium Cepa D6 verordnet wird, bedeutet dies, dass der Ausgangsstoff Zwiebel im Verhältnis 1:9 (D steht für die römische Zahl 10), verdünnt wurde. Diese Mischung wurde sechsmal wieder im Verhältnis 1:9 weiter verdünnt. Handelt es sich um C-Potenzen ist das Verhältnis 1:99, bei M 1:999.
Jeder Verdünnungsvorgang wird durch eine entsprechende Zahl von Schüttelschlägen dynamisiert, d.h. energetisch angereichert. So entsteht schließlich die fertige Arzneipotenz.

Falls Sie jetzt denken, „da ist ja wirklich nichts mehr drin“, haben Sie vollkommen Recht. Homöopathie wirkt durch Übertragung von Informationen.

 

Erklärungsversuch für die Wirkungsweise


Für mich sehr einleuchtend kann dies durch quantenphysikalische Vorgänge erklärt werden. Auch für Laien verständlich erläutert das der Erfinder der quantenlogischen Medizin Prof. Dr. Walter Köster, ein bekannter Homöopath, auf folgender Internetseite unter dem Punkt Einführungen.

www.quantum-logic-medicine.de


Ein wegweisender Artikel zum gleichen Thema, erschien in der „Zeitschrift für Klassische Homöopathie, 2, 2010, Haug-Verlag unter dem Titel „Homöopathie und Quantentheorie“ von Karl-Heinz Fichtner, Lars Fichtner, Christa Fichtner.

Auch interessant in diesem Zusammenhang ist die Entdeckung des Nobelpreisträgers Luc Montagnier, dem Mitentdecker des HI-Virus, dass sich Wasser bzw. Blut an DNA (Erbinformation) von Bakterien und Viren erinnern, und man entsprechende elektromagnetische Wellen messen könne. Vielleicht eine Erklärung für Hahnemanns Miasmenlehre, also der Lehre der angeborenen oder erworbenen Grundkrankheiten (Psora, Sykose und Syphilis), die über Generationen weiter gegeben werden.

http://diepresse.com/home/science/621430/HIVEntdecker-will-DNAHomoeopathie

 

Anamneseerhebung oder Erstgespräch


Um nach der Ähnlichkeitsregel das passendste Mittel auswählen zu können, ist beim Behandler ein Höchstmaß an Sorgfalt und Konzentration erforderlich. Dabei versucht er bei der Behandlung chronischer Leiden in einem meist mehrstündigen Erstgespräch den Patienten in seiner Gesamtheit und seiner individuellen Problemstellung zu erfassen, wobei die Technik der Anamnese, also die spezielle Gesprächsführung je nach Ausbildung unterschiedlich sein kann.

Aber es geht immer darum, die herausragenden, einzigartigen Symptome des Patienten herauszufinden.

Dazu ein Beispiel einer akuten Erkrankung:

Alle Familienmitglieder haben gleichzeitig einen grippalen Infekt mit Gliederschmerzen. Bei einem der Patienten wird durch Bewegung alles schlimmer und er muss ganz still liegen. Vermutlich braucht er Bryonia. Der andere spürt Erleichterung, wenn er sich bewegt (Rhus-toxicodendron) und der Dritte muss sich auch dauernd bewegen, es bringt aber keine Besserung. Das könnte ein Hinweis auf Eupatorium perfoliatum sein. Jeder benötigt also ein anderes homöopathisches Mittel, trotz derselben schulmedizinischen Diagnose.
Anhand des aufgezeichneten Erstgesprächs sucht der Homöopath nun in der Fallanalyse die herausragenden, einzigartigen Symptome und damit den roten Faden.

Um sich die Arbeit zu erleichtern wird dazu meist ein Repertorium in Buchform oder computergestützt benutzt. Man kann es mit einem Lexikon vergleichen, in dem alphabetisch nach bestimmten Kapiteln geordneten Symptomen Arzneimittel zugewiesen worden sind.

Meist stehen nach diesem Schritt mehrere Arzneimittel in etwa gleichwertig zur Wahl. Im nächsten Schritt muss nun im sogenannten Materia-Medica-Abgleich die ausführliche Beschreibung dieser Mittel mit dem Krankheitsbild des Patienten verglichen werden.

Beispielsweise kommt ein Jugendlicher mit häufigen Kopfschmerzen in der Stirn, die hauptsächlich in der Schule auftreten, wenn er sich konzentrieren soll. Er wirkt zurückhaltend und bedrückt. Die Repertorisation ergibt Ignatia und Staphisagria als in Frage kommende Mittel. Beide haben in den Prüfungen Kopfschmerzen bei geistiger Anstrengung und infolge von Kummer ergeben. In der Materia Medica wird aber bei Staphisagria beschrieben, dass der Betroffene „krank vor Zorn“ nach Hause geht, dort seine Wut heraus lässt und vor allem in seiner Ehre gekränkt ist. Ignatia-Patienten sind in diesem Fall introvertiert, mit wechselnden Launen, seufzen und schluchzen.

Der Umgang des Patienten mit dem Problem ist dann wegweisend zum Mittel.

 

Mittelgabe


Das Mittel wird dem Patienten dann in der Regel in Form von Kügelchen (Globuli) oder Tropfen verabreicht. Nach 4 - 6 Wochen wird im „Follow up“ geprüft, ob eine neue Gabe desselben oder eines anderen Mittels erforderlich ist.

 

Heilungsverlauf


Nach der Mittelgabe kann eine sogenannten Erstverschlimmerung (innerhalb kurzer Zeit) oder auch eine Spätverschlimmerung (nach mehreren Tagen bis Wochen) auftreten. In diesem Fall verstärken sich die vorhandenen Symptome und klingen dann wieder ab. Sie ist immer ein gutes Zeichen für den Heilungsverlauf.

Sind Patienten sehr geschwächt, versucht man über die Wahl der Arznei-Potenz eine Erstverschlimmerung allerdings zu vermeiden.

Ein weiteres Indiz für eine mögliche Heilung ist die „Rückabwicklung von Symptomen“, d. h. es treten alte Symptome in der umgekehrten Reihenfolge ihres Erscheinens wieder auf.

Dieser Fall tritt z.B. häufig ein, wenn Neurodermitis lange mit entsprechenden schulmedizinischen Präparaten zurückgedrängt wurde und es später zu Asthma kommt. Wird das Asthma erfolgreich behandelt, erscheint in der Regel wieder ein Hautausschlag.